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Hochzeitsplanung

Standesamt Berlin: Termine, Kosten, Anmeldung & Trauorte (2026/27)

SSebastian André
12 Min. Lesezeit

Rechtsgültig wird eine Ehe in Deutschland nur vor dem Standesamt — die kirchliche oder freie Trauung kann danach folgen, ersetzt den Termin beim Standesamt aber nicht. In Berlin gibt es dafür zwölf Standesämter, eines pro Bezirk, und dazu eine ganze Reihe besonderer Trauorte: vom Rathaus Schöneberg über die Zitadelle Spandau bis zum Schloss Friedrichsfelde im Tierpark. Dieser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, welches Standesamt für Sie zuständig ist, wie Sie Anmeldung und Trauung buchen, welche Unterlagen Sie brauchen und was die Eheschließung in Berlin tatsächlich kostet.

Zuständigkeit: Welches Standesamt in Berlin ist für Sie zuständig?

In Berlin hat jedes der zwölf Bezirksämter ein eigenes Standesamt: Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Mitte, Neukölln, Pankow, Reinickendorf, Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg und Treptow-Köpenick. Wichtig ist, zwei Schritte auseinanderzuhalten: die Anmeldung zur Eheschließung und die Trauung selbst. Für beide kann ein anderes Standesamt zuständig sein.

Anmeldung: nach Ihrem Wohnsitz

Die Anmeldung nimmt das Standesamt des Bezirks entgegen, in dem mindestens einer von Ihnen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet ist. Wohnen Sie beispielsweise in Neukölln und Ihr Partner in Pankow, können Sie wählen. Hat keiner von Ihnen einen Wohnsitz in Deutschland, ist das Standesamt zuständig, bei dem Sie heiraten möchten.

Trauung: in jedem Standesamt

Ist die Anmeldung abgeschlossen, dürfen Sie innerhalb von sechs Monaten vor jedem Standesamt in Deutschland heiraten — also auch in einem anderen Berliner Bezirk. Sie wohnen in Mitte, möchten aber in der Villa Sidonie in Zehlendorf heiraten? Das ist möglich. Nehmen Sie in diesem Fall früh Kontakt mit dem Standesamt am Wunschort auf; für die Trauung vor einem anderen als dem Anmelde-Standesamt fällt in Berlin eine Zusatzgebühr von 40 € an.

Daneben gibt es das Standesamt I in Berlin beim Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (LABO). Es führt unter anderem Register für Deutsche, deren Geburt im Ausland nachbeurkundet wurde. Für die Anmeldung Ihrer Hochzeit ist es in aller Regel nicht die Anlaufstelle — das bleibt das Standesamt Ihres Bezirks.

Anmeldung zur Eheschließung: So läuft sie ab

Die Anmeldung (früher „Aufgebot“) ist der formelle Schritt, in dem das Standesamt prüft, ob Sie heiraten dürfen. Die wichtigsten Regeln gelten berlinweit:

  • Frühestens sechs Monate vorher: Die Anmeldung kann frühestens sechs Monate vor dem gewünschten Hochzeitstermin erfolgen.
  • Sechs Monate gültig: Nach erfolgreicher Prüfung haben Sie sechs Monate Zeit, um zu heiraten. Verstreicht die Frist, müssen Sie sich neu anmelden.
  • Grundsätzlich persönlich und gemeinsam: Ist einer von Ihnen aus wichtigem Grund verhindert, kann der andere die Anmeldung mit einer schriftlichen Vollmacht allein vornehmen. Sind Sie beide verhindert, ist auch eine schriftliche Anmeldung möglich.
  • Originale auf Deutsch: Alle Unterlagen müssen im Original vorliegen (nicht laminiert oder gelocht) und in deutscher Sprache oder von einem öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer übersetzt sein.

Termin beim Standesamt Berlin: Jeder Bezirk organisiert das selbst

Ein berlinweit einheitliches Verfahren für die Terminvergabe gibt es nicht — jedes Standesamt regelt Anmeldung und Trauungstermine auf seine Weise. Einige Beispiele von den offiziellen Bezirksseiten:

  • Pankow: Trauungstermine werden bis zu sechs Monate im Voraus vergeben, und zwar ausschließlich telefonisch. Nach der Reservierung müssen Sie Ihre Unterlagen innerhalb einer Frist einreichen — sonst verfällt der Termin ohne Erinnerung.
  • Friedrichshain-Kreuzberg: Sie beschaffen und reichen zuerst die Unterlagen ein. Das Standesamt prüft sie und vereinbart danach einen Termin zur persönlichen Vorsprache mit Ihnen.
  • Tempelhof-Schöneberg: Die Anmeldung erfolgt über ein Formular zur schriftlichen Anmeldung, das Sie per Post oder über den Briefkasten am Rathaus Schöneberg einreichen. Das Bezirksamt nennt derzeit eine Bearbeitungsdauer von etwa vier bis sechs Wochen. Samstagstermine werden nur telefonisch am ersten möglichen Buchungstag vergeben.
  • Neukölln: Offene Sprechstunden gibt es derzeit nicht; persönliche Termine vereinbaren Sie vorher telefonisch oder per E-Mail.
  • Mitte: Das Standesamt ist telefonisch, schriftlich oder digital erreichbar; eine persönliche Vorsprache ist nur mit Termin möglich.

Unser Rat: Schauen Sie zuerst auf die Seite des Standesamts, bei dem Sie heiraten möchten, und notieren Sie sich, ab wann und auf welchem Weg Termine vergeben werden. Gerade für beliebte Freitage und Samstage entscheidet oft der erste Buchungstag. Allgemeine Fragen beantwortet der Bürgerservice unter der Behördennummer 115.

Welche Unterlagen Sie brauchen

Welche Dokumente nötig sind, hängt vor allem davon ab, ob Ihre Eheschließung einen Auslandsbezug hat. In Berlin ist das schon dann der Fall, wenn einer von Ihnen eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, eingebürgert wurde oder im Ausland geboren ist — auch als Deutscher.

Beide deutsch und in Deutschland geboren

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass beider Partner
  • Beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtsregister mit Hinweisteil — erhältlich beim Standesamt Ihres Geburtsorts, bei der Anmeldung höchstens sechs Monate alt. Wer in Berlin geboren ist, kann ihn online bestellen. Achtung: Eine einfache Geburtsurkunde reicht nicht.
  • Erweiterte Meldebescheinigung mit Angabe des Familienstands — höchstens 14 Tage alt, aber nur nötig, wenn Ihr Hauptwohnsitz außerhalb Berlins liegt. Mit Hauptwohnsitz in Berlin müssen Sie sich darum nicht kümmern.
  • Bei einer früheren Ehe: beglaubigter Ausdruck aus dem Eheregister mit Auflösungsvermerk oder Eheurkunde plus rechtskräftiges Scheidungsurteil beziehungsweise Sterbeurkunde. Für eine frühere Lebenspartnerschaft gilt das entsprechend.
  • Bei gemeinsamen Kindern: deren Geburtsurkunden sowie gegebenenfalls Vaterschaftsanerkennung und Sorgeerklärungen
  • Gegebenenfalls: Vollmacht des verhinderten Partners und Nachweise zur aktuellen Namensführung

Mit Auslandsbezug

Hier gibt es keine einheitliche Liste — die nötigen Dokumente unterscheiden sich je nach Herkunftsland. Das Standesamt verlangt deshalb vor der Anmeldung eine persönliche Beratung. Rechnen Sie typischerweise mit Reisepass, Geburtsurkunde, Nachweisen zum Familienstand und einem Ehefähigkeitszeugnis des Heimatstaats. Ausländische Urkunden brauchen je nach Land eine Apostille oder Legalisation und eine Übersetzung durch einen in Deutschland beeidigten Übersetzer; Namen in arabischer, griechischer, hebräischer oder kyrillischer Schrift werden nach ISO-Normen transliteriert. Details dazu finden Sie weiter unten.

Kosten & Gebühren am Standesamt Berlin

Die Gebühren sind in ganz Berlin gleich: Sie stehen im Gebührenverzeichnis der Verordnung zur Ausführung des Personenstandsgesetzes im Land Berlin (PStGAV Bln) vom 2. Juli 2019, das auch service.berlin.de wiedergibt. Die wichtigsten Posten:

  • Anmeldung und Prüfung der Ehevoraussetzungen: 45 €
  • Zuschlag, wenn ausländisches Recht zu beachten ist: 45 € pro betroffenem Partner
  • Versicherung an Eides statt (falls ein Nachweis nicht beschafft werden kann): 30 €
  • Trauung vor einem anderen als dem Anmelde-Standesamt: 40 €
  • Trauung außerhalb der üblichen Öffnungszeiten: 80 €
  • Trauung außerhalb der Amtsräume oder in einer Außenstelle: 75 € bis 150 €, je nach Aufwand
  • Eheurkunde: 12 €, jedes weitere gleichzeitig beantragte Exemplar 6 €
  • Mehrsprachige (internationale) Eheurkunde: 12 €, jedes weitere gleichzeitig beantragte Exemplar 6 €
  • Eintragung in ein internationales Stammbuch der Familie: 12 € (das Stammbuch selbst ist optional)

Eine eigene Grundgebühr für die Trauung sieht das Gebührenverzeichnis nicht vor. Heiraten Sie also im Trauzimmer Ihres Anmelde-Standesamts zu den üblichen Zeiten, zahlen Sie im einfachsten Fall 45 € für die Anmeldung plus 12 € für die Eheurkunde, zusammen 57 €. Wählen Sie dagegen eine Außenstelle in einem anderen Bezirk, kommen 40 € und 75 € bis 150 € hinzu — rund 170 € bis 250 € inklusive einer Urkunde, bei einem Termin außerhalb der üblichen Öffnungszeiten weitere 80 €. Ob ein bestimmter Termin, etwa ein Samstag, als „außerhalb der Öffnungszeiten“ gilt, fragen Sie am besten bei der Reservierung nach.

Zwei Hinweise noch: Besondere Trauorte können eigene Kosten haben, die nicht im Gebührenverzeichnis stehen. Und bei geringem Einkommen können die Standesbeamten Gebühren ermäßigen oder erlassen (§ 9 Abs. 2 PStGAV Bln). Beim Kammergericht fällt bei Bedarf eine einkommensabhängige Gebühr für die Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis an (siehe unten).

Die Gebühren des Standesamts sind am Ende der kleinste Posten. Was Location, Essen, Fotograf und Co. in der Hauptstadt kosten, lesen Sie in unserem Überblick Was kostet eine Hochzeit in Berlin?.

Trauorte & Außenstellen in Berlin

Neben den Trauzimmern in den Standesämtern bieten viele Bezirke besondere Trauorte an — historische Rathäuser, Villen, ein Schloss, eine Windmühle, sogar ein Schiff. Jedes Standesamt legt dafür eigene Wochentage und Uhrzeiten fest. Achten Sie auf die Platzzahl: Sie umfasst in der Regel alle Anwesenden, also auch Trauzeugen, Fotografen und Kinder. Eine Auswahl nach Bezirk, laut offizieller Übersicht auf berlin.de:

  • Charlottenburg-Wilmersdorf: Villa Kogge (Alt-Lietzow 28), klein und historisch, bis 15 Personen; Rathaus Schmargendorf (Berkaer Platz 1) für bis zu 34 Personen.
  • Friedrichshain-Kreuzberg: Trauzimmer in der Schlesischen Straße 27A mit 20 Sitzplätzen, an ausgewählten Samstagen.
  • Lichtenberg: Rathaus Lichtenberg (Möllendorffstraße 6), auch an ausgewählten Samstagen; Schloss Friedrichsfelde im Tierpark (Am Tierpark 125) mit 80 Plätzen an ausgewählten Freitagen.
  • Marzahn-Hellersdorf: Rathaus Helle Mitte, Gründerzeitmuseum Mahlsdorf, Gärten der Welt (Steinboot mit 35 oder Saal der Empfänge mit 50 Sitzplätzen) und die Bockwindmühle Marzahn für sehr kleine Runden mit 12 Plätzen.
  • Mitte: Ratsherrensaal und Parochialzimmer in der Parochialstraße 3 mit je 24 Plätzen.
  • Neukölln: zwei Trauräume in der Blaschkoallee 32 — einer davon die ehemalige Kapelle des Krankenhauses —, auch an ausgewählten Samstagen. Laut Bezirksamt sind das Brautpaar und höchstens 22 Gäste zugelassen.
  • Pankow: das historische Trauzimmer im Rathaus Pankow (Breite Straße 24a–26) mit 20 Plätzen.
  • Reinickendorf: Großes Trauzimmer und das kleinere Witte-Zimmer am Antonyplatz 1.
  • Spandau: Rathaus Spandau; das Fürstenzimmer in der Zitadelle Spandau von Ende April bis Ende Oktober an jedem zweiten Freitag; der Gothische Saal der Zitadelle an ausgewählten Terminen; außerdem das Fahrgastschiff MS Heiterkeit.
  • Steglitz-Zehlendorf: die Villa Sidonie („Hochzeitsvilla“, Teltower Damm 10), erbaut 1892 und denkmalgeschützt; das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten (Königin-Luise-Straße 6); das Gutshaus Steglitz (Schloßstraße 48) mit Kuppel- und Rokokosaal.
  • Tempelhof-Schöneberg: das Trauzimmer im Rathaus Schöneberg (John-F.-Kennedy-Platz 1), freitags mit Terminen bis 16 Uhr.
  • Treptow-Köpenick: Rathaus Köpenick (Alt-Köpenick 21), auch an ausgewählten Samstagen, und das Historische Rathaus Friedrichshagen am dritten Freitag im Monat.

Einige Trauorte sind nicht barrierefrei — etwa die Villa Kogge, die Villa Sidonie, das Fürstenzimmer der Zitadelle oder Schloss Friedrichsfelde. Wenn Gäste mit eingeschränkter Mobilität dabei sind, prüfen Sie das in der offiziellen Übersicht, bevor Sie buchen. Wochentage und Zeiten können sich ändern; maßgeblich ist immer die aktuelle Seite des jeweiligen Standesamts.

Termine & Vorlauf: Wann Sie sich kümmern sollten

Die Eckdaten sind klar: Trauungstermine werden bei vielen Standesämtern — etwa Pankow, Lichtenberg oder Tempelhof-Schöneberg — sechs Monate im Voraus freigegeben, und auch die Anmeldung ist frühestens sechs Monate vor dem Termin möglich. Eine verbindliche Reservierung ein Jahr im Voraus ist beim Standesamt also in der Regel nicht möglich. Entscheidend ist, am ersten Buchungstag bereit zu sein.

Samstags heiraten in Berlin

Samstagstermine gibt es nur bei einigen Standesämtern und nur an einzelnen, vorab festgelegten Tagen. Laut der Übersicht auf berlin.de bieten unter anderem Lichtenberg, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau solche Samstage an, jeweils nur an einer begrenzten Zahl von Samstagen im Jahr. Wie begehrt sie sind, zeigt die Villa Sidonie: Alle Samstagstermine für 2026 waren dort laut Übersicht bereits vergeben, die Termine für 2027 stehen schon fest.

Realistische Planung

  • Werktags heiraten: Viele Trauorte vergeben Termine vor allem mittwochs und freitags, einige Standesämter trauen auch montags, dienstags oder donnerstags. Wer zeitlich flexibel ist, findet hier am ehesten einen Termin.
  • Freitage und Samstage im Sommer: Planen Sie für diese Termine deutlich mehr Vorlauf ein und halten Sie sich den ersten Buchungstag frei.
  • Besondere Daten: Valentinstag oder Schnapszahlen wie der 07.07.2027 (ein Mittwoch) sind erfahrungsgemäß schnell weg — mehrere Berliner Standesämter haben den 14. Februar 2026 gezielt als Samstagstermin angeboten.
  • Unterlagen vorab besorgen: Der beglaubigte Geburtsregisterauszug darf bei der Anmeldung höchstens sechs Monate alt sein. Bestellen Sie ihn so, dass er rechtzeitig vorliegt, aber nicht zu früh.

Eheschließung mit Auslandsbezug

Hat einer von Ihnen eine ausländische Staatsangehörigkeit, wurde eingebürgert oder im Ausland geboren, wird das Verfahren aufwendiger. Das sollten Sie wissen:

  • Beratung zuerst: Vor der Anmeldung ist ein persönliches Beratungsgespräch beim zuständigen Standesamt vorgesehen. Dort erfahren Sie, welche Dokumente für Ihr Herkunftsland nötig sind.
  • Ehefähigkeitszeugnis: Ausländische Verlobte müssen grundsätzlich ein Ehefähigkeitszeugnis ihres Heimatstaats vorlegen (§ 1309 BGB). Manche Staaten stellen ein solches Zeugnis nicht aus.
  • Befreiung durch das Kammergericht: In diesen Fällen entscheidet in Berlin der Präsident des Kammergerichts über eine Befreiung. Den Antrag stellen Sie nicht direkt beim Gericht, sondern beim Standesamt, das Ihre Anmeldung entgegennimmt; es leitet die vollständigen Unterlagen weiter. Die Gebühr liegt einkommensabhängig zwischen 15 € und 305 €, die Bearbeitung dauert laut Kammergericht mindestens drei Wochen.
  • Apostille, Legalisation, Übersetzung: Je nach Land brauchen ausländische Urkunden eine Apostille oder Legalisation. Übersetzungen müssen von einem in Deutschland öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer stammen; ein Verzeichnis bietet das Justizportal des Bundes und der Länder.
  • Dolmetscher: Spricht einer von Ihnen oder ein Trauzeuge nicht ausreichend Deutsch, müssen Sie für Anmeldung und Trauung einen beeidigten Dolmetscher mitbringen.
  • Zusatzgebühren: 45 € pro Partner, für den ausländisches Recht geprüft werden muss, gegebenenfalls 30 € für eine Versicherung an Eides statt.

Die Beschaffung ausländischer Dokumente dauert oft länger als der Termin beim Standesamt selbst. Fangen Sie damit an, sobald Sie wissen, dass Sie heiraten wollen — nicht erst, wenn der Wunschtermin freigeschaltet wird.

Ablauf am Hochzeitstag

Die standesamtliche Trauung ist kurz und feierlich. So sieht der typische Ablauf aus:

  • Pünktlich sein: Kommen Sie mit etwas Puffer, denn Trauungen folgen oft in festen Zeitfenstern aufeinander.
  • Ausweise mitbringen: Sie beide und gegebenenfalls Ihre Trauzeugen brauchen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
  • Trauzeugen sind freiwillig: Seit dem 1. Juli 1998 sind Trauzeugen in ganz Deutschland nicht mehr vorgeschrieben. Sie können bis zu zwei volljährige Trauzeugen benennen, müssen es aber nicht.
  • Die Zeremonie: Die Standesbeamtin oder der Standesbeamte begrüßt Sie, hält meist eine kurze Ansprache und fragt Sie beide, ob Sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Nach Ihrem Ja erklärt sie oder er Sie zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten, anschließend unterschreiben Sie. Der Ringtausch ist rechtlich nicht nötig, aber üblich.
  • Bezahlen: Klären Sie vorab, wie gezahlt wird. In Neukölln etwa ist laut Bezirksamt ausschließlich Kartenzahlung möglich (auch kontaktlos).
  • Fotos und Gäste: Fragen Sie vorher, ob während der Trauung fotografiert werden darf, und halten Sie die Platzzahl des Trauorts ein.

Nach der Trauung: Urkunden und Namensführung

Die Eheurkunde kostet 12 €, jedes weitere gleichzeitig bestellte Exemplar 6 €. Überlegen Sie vorab, wie viele Sie brauchen — etwa für Arbeitgeber, Krankenkasse, Banken, Versicherungen oder Behörden im Ausland. Für die Verwendung im EU-Ausland gibt es die mehrsprachige Eheurkunde (ebenfalls 12 €).

Namensführung: Den Ehenamen legen Sie in der Regel schon bei der Anmeldung oder spätestens bei der Trauung fest. Seit dem 1. Mai 2025 gilt ein neues Namensrecht. Ihre Möglichkeiten:

  • Sie behalten beide Ihre bisherigen Namen.
  • Sie wählen den Namen eines Partners als gemeinsamen Ehenamen; der andere kann seinen bisherigen Namen als Begleitnamen voran- oder nachstellen — inzwischen auch ohne Bindestrich.
  • Neu seit 2025: Sie bilden aus beiden Familiennamen einen gemeinsamen Doppelnamen als Ehenamen, mit oder ohne Bindestrich und in frei gewählter Reihenfolge. Mehr als zwei Namensteile sind nicht erlaubt.

Einen Ehenamen können Sie auch nach der Hochzeit noch bestimmen; das Standesamt berät Sie dazu. Wenn Sie Ihren Namen ändern, beantragen Sie danach neue Ausweisdokumente und informieren Arbeitgeber, Banken und Versicherungen.

Praktische Tipps für Ihre Trauung in Berlin

  • Erst den Trauort wählen, dann den Termin jagen: Wenn Sie wissen, ob es das Rathaus Schöneberg, die Zitadelle oder die Gärten der Welt sein soll, kennen Sie auch das zuständige Standesamt, dessen Buchungsweg und die möglichen Wochentage.
  • Mit Wohnsitz-Bezirk vergleichen: Heiraten Sie in Ihrem Anmelde-Bezirk, sparen Sie die 40 € Zuschlag — und oft einen Behördengang.
  • Flexibel bleiben: Ein Mittwoch oder ein Freitagvormittag ist deutlich leichter zu bekommen als ein Samstag. Die Feier kann trotzdem am Wochenende stattfinden.
  • Kleine Trauzimmer ernst nehmen: Viele Berliner Trauorte fassen nur 12 bis 24 Personen. Wer mit großer Gesellschaft heiraten möchte, schaut nach größeren Räumen wie Schloss Friedrichsfelde oder dem Saal der Empfänge in den Gärten der Welt — oder feiert im großen Kreis erst danach.
  • Fotograf und Empfang früh klären: Standesamtstermine liegen oft am Vormittag. Planen Sie Fotoshooting, Sektempfang und die Fahrt zur Feier-Location so, dass der Tag nicht in Hektik zerfällt.

Häufig gestellte Fragen

Wie bekomme ich einen Termin beim Standesamt Berlin?

Jedes der zwölf Berliner Standesämter vergibt Termine selbst. Trauungstermine werden bei vielen Standesämtern sechs Monate im Voraus freigegeben — in Pankow zum Beispiel ausschließlich telefonisch, in Friedrichshain-Kreuzberg erst nach Prüfung der eingereichten Unterlagen, in Tempelhof-Schöneberg über eine schriftliche Anmeldung. Informieren Sie sich auf der Seite des Standesamts, bei dem Sie heiraten möchten, wann und wie gebucht wird, und seien Sie am ersten Buchungstag bereit. Allgemeine Fragen beantwortet die Behördennummer 115.

Was kostet die standesamtliche Trauung in Berlin?

Die Anmeldung kostet 45 €, die Eheurkunde 12 € (jedes weitere gleichzeitig bestellte Exemplar 6 €). Eine eigene Grundgebühr für die Trauung gibt es nicht; im einfachsten Fall zahlen Sie also 57 €. Zuschläge: 40 € für eine Trauung in einem anderen Standesamt als dem der Anmeldung, 80 € außerhalb der üblichen Öffnungszeiten, 75 € bis 150 € in einer Außenstelle. Bei Auslandsbezug kommen 45 € pro Partner hinzu, für den ausländisches Recht gilt, und gegebenenfalls die einkommensabhängige Gebühr des Kammergerichts von 15 € bis 305 €.

Welche Unterlagen brauche ich für die Anmeldung zur Eheschließung in Berlin?

Wenn Sie beide deutsch und in Deutschland geboren sind: gültiger Personalausweis oder Reisepass, ein beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtsregister mit Hinweisteil (höchstens sechs Monate alt) und — nur bei Hauptwohnsitz außerhalb Berlins — eine erweiterte Meldebescheinigung (höchstens 14 Tage alt). Bei einer früheren Ehe kommen Nachweise über deren Auflösung hinzu, bei gemeinsamen Kindern deren Geburtsurkunden. Mit Auslandsbezug hängen die Unterlagen vom Herkunftsland ab; das Standesamt berät Sie vorab.

Kann ich in einem anderen Berliner Bezirk heiraten als dem, in dem ich wohne?

Ja. Anmelden müssen Sie sich beim Standesamt des Bezirks, in dem einer von Ihnen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet ist. Heiraten dürfen Sie danach innerhalb von sechs Monaten vor jedem Standesamt in Deutschland, also auch in jedem anderen Berliner Bezirk. Für die Trauung in einem anderen als dem Anmelde-Standesamt fällt eine Gebühr von 40 € an. Nehmen Sie früh Kontakt mit dem Standesamt am Wunschort auf.

Wie früh muss ich mich beim Standesamt Berlin anmelden?

Die Anmeldung ist frühestens sechs Monate vor dem Wunschtermin möglich und danach sechs Monate gültig. Da viele Standesämter auch die Trauungstermine sechs Monate im Voraus freigeben, lohnt es sich, die Unterlagen schon vorher zu besorgen. Bei Auslandsbezug sollten Sie deutlich früher mit der Beschaffung der Dokumente beginnen, weil Apostillen, Übersetzungen oder eine Befreiung durch das Kammergericht Zeit kosten.

Kann man in Berlin samstags standesamtlich heiraten?

Ja, aber nur bei einigen Standesämtern und an einzelnen festgelegten Samstagen, zum Beispiel in Lichtenberg, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Treptow-Köpenick, Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau. Die Termine werden meist sechs Monate vorher vergeben und sind schnell weg — in der Villa Sidonie in Zehlendorf waren alle Samstage 2026 bereits vergeben. Die aktuellen Daten stehen auf berlin.de unter den Samstagsterminen der Standesämter.

Brauche ich Trauzeugen für die Trauung am Standesamt Berlin?

Nein. Seit dem 1. Juli 1998 sind Trauzeugen in ganz Deutschland freiwillig. Sie können bis zu zwei volljährige Trauzeugen benennen, die am Hochzeitstag einen gültigen Ausweis dabeihaben müssen. Beachten Sie, dass Trauzeugen bei der Platzzahl des Trauzimmers mitzählen.