Standesamt Frankfurt: Termine, Kosten, Anmeldung & Trauorte (2026/27)
Rechtsgültig wird eine Ehe in Deutschland nur vor dem Standesamt — eine kirchliche oder freie Trauung kann danach folgen, ersetzt den standesamtlichen Termin aber nicht. In Frankfurt am Main geben Sie sich das Ja-Wort im historischen Rathaus Römer, im barocken Emmerichpavillon in Höchst oder an ausgewählten Tagen im Palmengarten und in der Nikolauskapelle in Bergen-Enkheim. Dieser Leitfaden erklärt, welches Standesamt zuständig ist, wie Anmeldung und Trautermin in Frankfurt ablaufen (per Fragebogen und Telefon, nicht per Online-Buchung), welche Unterlagen Sie brauchen und was die Trauung kostet. Alle Gebühren und Termine stammen aus den offiziellen Angaben des Standesamts Frankfurt am Main (Stand: Herbst 2026).
Zuständigkeit: die zwei Standesamtsbezirke in Frankfurt
Frankfurt am Main hat zwei Standesamtsbezirke. Für die Anmeldung der Eheschließung ist immer das Standesamt an Ihrem Wohnsitz zuständig — auch ein Nebenwohnsitz genügt. Heiraten können Sie dagegen grundsätzlich in jedem Standesamt in Deutschland.
- Standesamtsbezirk Mitte (Berliner Straße 33–35, 60311 Frankfurt am Main) — zuständig für alle Stadtteile außer dem Frankfurter Westen. Getraut wird im Trausaal im Rathaus Römer; außerdem vergibt Mitte die Termine im Palmengarten und in der Nikolauskapelle. Telefon für Eheschließungen: 069 212-73501, E-Mail: ehe@stadt-frankfurt.de.
- Standesamtsbezirk Höchst (Seilerbahn 2, 65929 Frankfurt am Main) — zuständig für die westlichen Stadtteile Höchst, Nied, Griesheim, Sindlingen, Zeilsheim, Unterliederbach, Sossenheim, Schwanheim und Goldstein. Das Standesamt sitzt im Emmerichpavillon im Garten des Bolongaropalastes, wo sich auch der Trausaal befindet. Telefon: 069 212-45570, E-Mail: standesamt.hoechst@stadt-frankfurt.de.
Telefonisch sind beide Bezirke montags bis freitags von 8:00 bis 12:00 Uhr erreichbar. Eine persönliche Vorsprache rund um die Eheschließung ist nur mit vorher vereinbartem Termin möglich.
Sie wohnen nicht in Frankfurt?
Auch Paare von außerhalb sind ausdrücklich willkommen. Wohnen Sie in Deutschland, melden Sie die Eheschließung zunächst bei Ihrem Wohnsitz-Standesamt an und teilen dort mit, dass Sie in Frankfurt heiraten möchten. Ihre Unterlagen werden dann nach Frankfurt geschickt; sobald sie dort bearbeitet sind, meldet sich das Frankfurter Standesamt zur Vereinbarung des Trautermins. Sie können auch vorab anrufen und nach freien Terminen fragen — für eine feste Reservierung wird allerdings die Bescheinigung über die Anmeldung der Eheschließung benötigt. Leben Sie beide im Ausland, melden Sie die Ehe direkt in Frankfurt an: je nach gewünschtem Trauort beim Standesamt Mitte oder beim Standesamt Höchst.
Gut zu wissen: Das Standesamt Frankfurt weist darauf hin, dass es weder mit Hochzeitsportalen noch mit Hochzeitsagenturen zusammenarbeitet. Terminanfragen laufen ausschließlich direkt zwischen Ihnen und dem Standesamt — niemand kann Ihnen einen Trautermin „vermitteln“.
Anmeldung zur Eheschließung: So läuft es in Frankfurt ab
Bei der Anmeldung (früher „Aufgebot“) prüft das Standesamt, ob der Eheschließung rechtlich etwas entgegensteht. In Frankfurt gibt es dafür einen festen Ablauf in fünf Schritten:
- Online-Fragebogen ausfüllen. Über die „Voranmeldung zur Eheschließung“ (Formular „Auskunft Ehe“, verlinkt auf frankfurt.de/standesamt) übermitteln Sie Ihre persönlichen Daten. Wer im Ausland wohnt, trägt als Postleitzahl 00000 und das Wohnsitzland ein.
- Unterlagenliste abwarten. In der Regel innerhalb einer Woche erhalten Sie eine individuelle Liste der benötigten Dokumente, einen Zeitplan und eine Vorgangsnummer.
- Anmeldetermin telefonisch vereinbaren. Erst wenn die Liste vorliegt, rufen Sie an (Mitte: 069 212-73501, Höchst: 069 212-45570) und vereinbaren den Termin zur Anmeldung. Einen Online-Terminplaner gibt es nicht.
- Anmeldung beim Standesamt. Sie legen die Unterlagen vor, das Standesamt prüft die Ehevoraussetzungen und nimmt Ihre Angaben auf. Planen Sie ein, dass Sie beide kommen; ist einer von Ihnen verhindert, klären Sie vorab am Telefon, welche schriftliche Erklärung stattdessen genügt.
- Trautermin festlegen. Werktagstermine im Römer bzw. im Emmerichpavillon vereinbaren Sie über die Hotline. Samstage und besondere Trauorte werden gesondert an einem Stichtag vergeben — dazu unten mehr.
Sechs-Monats-Frist: Die Ehe muss innerhalb von sechs Monaten geschlossen werden, nachdem das Standesamt Ihnen mitgeteilt hat, dass der Eheschließung nichts entgegensteht. Danach ist eine neue Anmeldung nötig. Der Fragebogen selbst ist unverbindlich — füllen Sie ihn deshalb aus, sobald Ihr Wunschzeitraum feststeht, und nicht erst kurz vor der Hochzeit.
Welche Unterlagen Sie brauchen
Verbindlich ist immer die Liste, die Ihnen das Standesamt nach dem Fragebogen schickt. Welche Dokumente nötig sind, hängt von Staatsangehörigkeit, Geburtsort, Familienstand und gemeinsamen Kindern ab. Typischerweise gehören dazu:
Deutsche Staatsangehörige, ledig, in Deutschland geboren
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass beider Partner.
- Beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtenregister mit Hinweisteil, ausgestellt vom Standesamt Ihres Geburtsorts und höchstens sechs Monate alt. Eine einfache Geburts- oder Abstammungsurkunde reicht nach Angabe des Standesamts Frankfurt nicht aus — der Registerausdruck dokumentiert auch spätere Änderungen seit der Geburt.
- Angaben zu Wohnsitz und Familienstand — welche Nachweise dafür in Ihrem Fall nötig sind, steht in Ihrer persönlichen Liste.
Zusätzlich in besonderen Fällen
- Frühere Ehe oder Lebenspartnerschaft: Nachweis über deren Auflösung, etwa durch das rechtskräftige Scheidungsurteil oder die Sterbeurkunde des früheren Partners.
- Gemeinsame Kinder: Geburtsurkunden der Kinder.
- Urkunden aus dem Ausland: je nach Ausstellungsstaat mit Apostille oder Legalisation sowie mit deutscher Übersetzung.
Originale und Übersetzungen: Vorzulegen sind in der Regel Originale; nur wenn das nicht geht — etwa beim Reisepass eines Partners, der noch im Ausland ist — genügt eine beglaubigte Kopie. Fremdsprachige Dokumente übersetzt ein öffentlich bestellter bzw. ermächtigter Übersetzer ins Deutsche, bei nicht lateinischer Schrift mit Angabe der verwendeten ISO-Norm. Mehrsprachige internationale Urkunden brauchen keine Übersetzung.
Kosten & Gebühren beim Standesamt Frankfurt
Anmeldung und Trauung werden getrennt berechnet. Die folgenden Beträge stammen aus der Gebührenübersicht des Standesamts und den Seiten der einzelnen Trausäle auf frankfurt.de.
Anmeldung der Eheschließung
- Grundgebühr: 47 €
- Zuschlag je zu beachtendem ausländischem Recht: 23,50 € (z. B. wenn ein Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit hat)
Trauung
- Trausaal Römer: 47 € montags bis freitags, 71 € an Samstagen
- Emmerichpavillon Höchst: 47 € mittwochs und freitags, 71 € an Samstagen
- Haus Rosenbrunn im Palmengarten: 620 €
- Nikolauskapelle Bergen-Enkheim: 560 €
Urkunden und mögliche Zusatzkosten
- Eheurkunde (DIN A4, Stammbuchformat oder international): 12 € für die erste, 6 € für jede weitere
- Eidesstattliche Versicherung (z. B. zum Familienstand): 36 €
- Vereidigung eines Dolmetschers: 36 €
- Versand der Unterlagen an ein anderes Standesamt: 4,25 €
- Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis durch das Oberlandesgericht: Rahmengebühr von 15 bis 305 € (siehe Abschnitt Auslandsbezug)
Rechenbeispiel: Ein Paar mit deutscher Staatsangehörigkeit, das an einem Werktag im Römer heiratet und zwei Eheurkunden mitnimmt, zahlt 47 € (Anmeldung) + 47 € (Trauung) + 12 € + 6 € (Urkunden) = 112 €. Die Gebühren sind in Frankfurt also überschaubar — die eigentlichen Kosten entstehen bei Feier, Location und Dienstleistern.
Was eine komplette Hochzeit in Frankfurt realistisch kostet — von der Location bis zum Fotografen —, lesen Sie in unserem Überblick Was kostet eine Hochzeit in Frankfurt?. Maßgeblich sind immer die aktuellen Gebühren auf frankfurt.de; das Standesamt kann Ihnen den Gesamtbetrag vor der Anmeldung nennen.
Trauorte in Frankfurt: Römer, Höchst, Palmengarten & Nikolauskapelle
Eheschließungen dürfen nur in dafür gewidmeten Räumen stattfinden. Eine Trauung an einem frei gewählten Ort — im Hotel, im eigenen Garten oder auf dem Schiff — bietet das Standesamt Frankfurt nicht an. Aktuell gibt es vier Trauorte:
Trausaal im Römer (Bezirk Mitte)
Der Frankfurter Klassiker: Der Trausaal liegt im historischen Rathaus Römer, in direkter Nachbarschaft zum Kaisersaal, und wird vom restaurierten Wandgemälde „Flusslandschaft“ von Christian Georg Schütz d. Ä. geprägt. Trauzeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag 8:00–12:30 Uhr, Donnerstag 12:00–16:30 Uhr sowie an mehreren Samstagen im Jahr 10:00–13:30 Uhr. Das Standesamt weist darauf hin, dass derzeit nicht an jedem Werktag Trauungen angeboten werden. Platz: Brautpaar plus maximal 28 Gäste.
Emmerichpavillon im Bolongaropalast (Bezirk Höchst)
Der kleine Rokokosaal im barocken Emmerichpavillon (Seilerbahn 2) ist seit 1960 Trausaal; das Deckengemälde aus dem 18. Jahrhundert wird Andrea Appiani zugeschrieben, dazu kommt eine Büste des Mainzer Kurfürsten Emmerich-Josef. Trauzeiten: mittwochs und freitags 8:00–11:30 Uhr sowie an einzelnen Samstagen 10:00–13:30 Uhr. Platz: Brautpaar plus maximal 28 Gäste.
Baustelle im Bolongarogarten: Der Garten wird saniert und neu gestaltet, laut Standesamt noch bis ins Jahr 2027. Der Trausaal ist nicht betroffen und bleibt über den nördlichen Gartenteil barrierefrei erreichbar; ein Aufenthalt im Garten vor oder nach der Trauung ist während der Bauzeit aber nicht garantiert.
Haus Rosenbrunn im Palmengarten
Der neoklassizistische Gartenpavillon im Palmengarten gilt als romantischster — und begehrtester — Trauort der Stadt. Getraut wird nur freitags von Mai bis September, 2027 jeweils um 9, 10, 11, 12 und 13 Uhr. Am 4. Juni 2027 (Rosenfest) und am 17. September 2027 (Herbstfest) finden dort keine Trauungen statt. Platz: 24 Sitzplätze (Brautpaar plus 22 Gäste inklusive Trauzeugen) und zusätzlich 10 Stehplätze. Gebühr: 620 €. Für Ablauf und Sektumtrunk stellt das Standesamt ein Informationsblatt und einen Lageplan bereit.
Nikolauskapelle in Bergen-Enkheim
Die kleine Kapelle im Stadtteil Bergen-Enkheim wird nur an wenigen Tagen im Jahr als Trauort genutzt — 2027 am 25. März, 5. Mai, 4. Juni, 27. Juli, 17. September und 6. Dezember, jeweils zur vollen Stunde von 9 bis 13 Uhr. Mit 40 Sitzplätzen (Brautpaar plus 38 Gäste) bietet sie von allen Frankfurter Trauorten am meisten Platz. Gebühr: 560 €.
Abendtrauungen bei Kerzenlicht
Einmal im Jahr, im Dezember, bietet das Standesamt Abendtrauungen bei Kerzenlicht an — 2027 am 10. Dezember im Emmerichpavillon und am 17. Dezember im Römer. Informationen gibt es über die jeweilige Hotline.
Für alle Trauorte gilt: Kinder bis zum 6. Lebensjahr zählen nicht zur Gästezahl, Fotograf:innen und Dolmetscher:innen dagegen schon.
Termine & Vorlauf: wann Sie sich kümmern sollten
Werktagstrauungen im Römer und in Höchst vereinbaren Sie nach der Anmeldung laufend über die Hotline. Anders bei Samstagen und den besonderen Trauorten: Diese Termine werden einmal im Jahr an einem Stichtag für das Folgejahr freigegeben — ausschließlich telefonisch und in der Reihenfolge der Anrufe. So soll jedes Paar die gleiche Chance haben.
So funktioniert die Vergabe am Stichtag
- Im Sommer veröffentlicht das Standesamt unter „Aktuelles“ auf frankfurt.de die vorläufigen Termine und das Verfahren für das nächste Jahr.
- Bis zu einer genannten Frist füllen Sie den Online-Fragebogen aus. Sie erhalten die Unterlagenliste und eine Vorgangsnummer, die Sie beim Anruf am Stichtag nennen müssen.
- Am Stichtag sind spezielle Rufnummern von 13:00 bis 16:00 Uhr freigeschaltet. Anfragen per E-Mail oder über andere Nummern werden an diesem Tag nicht bearbeitet.
- Ab dem folgenden Werktag können Sie verbliebene Termine wieder über die regulären Hotlines erfragen (Mitte: 069 212-73501, Höchst: 069 212-45570).
Stichtage für 2027: Die Termine im Palmengarten und an den anderen externen Trauorten werden am Mittwoch, 14. Oktober 2026 vergeben, die Samstagstermine im Römer und in Höchst am Donnerstag, 15. Oktober 2026 — jeweils von 13 bis 16 Uhr. Den Fragebogen sollten Sie dafür bis zum 22. September 2026 eingereicht haben; wer diese Frist verpasst hat, fragt am besten direkt beim Standesamt nach. Für 2027 sind 27 Samstage vorgesehen, davon 20 im Römer und 7 im Emmerichpavillon. Das Standesamt bezeichnet die veröffentlichten Termine als vorläufig; Änderungen sind noch möglich.
Wichtig bei Auslandsbezug oder Wohnsitz außerhalb Frankfurts: Hängt die Prüfung Ihrer Ehevoraussetzungen von einer anderen Behörde ab — etwa einem auswärtigen Standesamt, einem Oberlandesgericht oder einer deutschen Auslandsvertretung —, ist eine Reservierung am Stichtag nicht möglich.
Planungshilfe: Offizielle Wartezeiten veröffentlicht das Standesamt nicht. Als Faustregel: Wer an einem Samstag, im Palmengarten oder in der Nikolauskapelle heiraten möchte, kümmert sich schon im Sommer des Vorjahres um Fragebogen und Unterlagen. Für eine Werktagstrauung reicht meist ein kürzerer Vorlauf — rechnen Sie aber die Beschaffung der Dokumente mit ein, bei Auslandsbezug mit deutlich mehr Puffer. Bei unvorhersehbaren Großereignissen am Römerberg (etwa Großdemonstrationen oder Staatsempfängen) kann das Standesamt in Ausnahmefällen auch bereits vereinbarte Trauungen in einen anderen Trausaal verlegen.
Eheschließung mit Auslandsbezug
Hat einer von Ihnen keine deutsche Staatsangehörigkeit oder stammen Urkunden aus dem Ausland, wird die Anmeldung aufwendiger — und teurer, weil für jedes zu beachtende ausländische Recht ein Zuschlag anfällt. Die wichtigsten Punkte:
- Ehefähigkeitszeugnis: Ausländische Verlobte legen grundsätzlich ein Ehefähigkeitszeugnis ihres Heimatstaats vor — eine Bescheinigung, dass nach dortigem Recht nichts gegen die Ehe mit genau diesem Partner spricht. Deshalb werden auch Dokumente des anderen Partners benötigt. Es ist meist sechs Monate gültig, in manchen Staaten (z. B. Polen) nur drei Monate.
- Befreiung durch das OLG Frankfurt am Main: Stellt der Heimatstaat kein Ehefähigkeitszeugnis aus, kann eine Befreiung beantragt werden. In Hessen entscheidet darüber das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Der Antrag läuft ausschließlich über das Standesamt, bei dem Sie die Ehe angemeldet haben — auch Fragen zum Bearbeitungsstand richten Sie an das Standesamt, nicht an das Gericht. Die Gebühr beträgt 15 bis 305 € und richtet sich unter anderem nach der Bedeutung der Sache und den wirtschaftlichen Verhältnissen. Die erteilte Befreiung gilt sechs Monate.
- Apostille, Legalisation, Echtheitsprüfung: Urkunden aus manchen Staaten werden nur mit Apostille oder mit Legalisation durch die deutsche Botschaft anerkannt. Wo die Legalisation eingestellt wurde, lässt das Standesamt die Echtheit im Amtshilfeverfahren über die deutsche Auslandsvertretung prüfen. Das ist kostenpflichtig, und die Kosten sind vorab zu zahlen. Je nach Land kann die Prüfung mehrere Wochen oder Monate dauern.
- Eidesstattliche Versicherung: Lässt sich der Familienstand nicht anders belegen, kann eine eidesstattliche Versicherung vor dem Standesamt nötig sein (36 €).
- Dolmetscher: Spricht einer von Ihnen oder ein Trauzeuge nicht ausreichend Deutsch, muss bei der Trauung ein Dolmetscher anwesend sein. Teilen Sie das dem Standesamt vorab mit.
Ablauf am Hochzeitstag
- Pünktlich sein: Kommen Sie rechtzeitig vor dem Termin und bringen Sie gültige Ausweise mit — für sich selbst und, falls Sie welche haben, für die Trauzeugen.
- Die Zeremonie: Die Standesbeamtin oder der Standesbeamte begrüßt Sie und Ihre Gäste, spricht einige Worte und fragt Sie dann nacheinander, ob Sie die Ehe miteinander eingehen wollen. Nach Ihrem Ja erklärt sie bzw. er Sie zu rechtmäßig verbundenen Eheleuten; anschließend unterschreiben Sie. Der Ringtausch ist rechtlich nicht vorgeschrieben, gehört für die meisten Paare aber dazu.
- Persönliche Note: Ein persönliches Vorgespräch ist in Frankfurt wegen der großen Zahl an Trauungen nicht möglich. Sie können die Zeremonie aber mitgestalten — etwa mit Musik oder einem gegenseitigen Eheversprechen.
- Trauzeugen: Sie sind gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben. Wenn Sie möchten, können Sie bis zu zwei benennen; sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein und sich ausweisen können.
- Nach der Trauung: Im Römer gibt es keinen Raum für einen Sektempfang und auch bei schlechtem Wetter keinen Aufenthaltsraum — ein Umtrunk ist nur draußen möglich. Reis, Blumen, Blütenblätter und Konfetti sind im Römer und in Höchst aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der historischen Bausubstanz nicht erlaubt, Feuerwerk ebenso. Seifenblasen sind eine schöne Alternative; wer Luftballons steigen lassen möchte, klärt das vorher mit der Deutschen Flugsicherung.
- Anfahrt Römer: Auf dem Römerberg darf nicht geparkt werden; nahe gelegen ist etwa das Parkhaus „Dom Römer“. Für das Hochzeitsauto kann beim Straßenverkehrsamt eine kostenpflichtige Parkgenehmigung beantragt werden.
- Anfahrt Höchst: Die kostenfreien Parkplätze an der Seilerbahn und an der Straße „Batterie“ sind an Trautagen schnell belegt; Alternativen sind die Parkhäuser Königsteiner Straße und Höchst (Billtalstraße 2). Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: S1 oder S2 bis Frankfurt-Höchst, dann Bus 59 bis „Bolongaropalast“.
Nach der Trauung: Urkunden & Namensführung
Ihre Eheurkunde kostet 12 €, jede weitere 6 €. Mehrere Exemplare sind praktisch, denn Arbeitgeber, Krankenkasse, Banken und Versicherungen wollen die Heirat oft belegt sehen. Weitere Urkunden können Sie später auch schriftlich oder online über frankfurt.de/standesamt bestellen.
Den Ehenamen wählen
Sie können sich für einen gemeinsamen Ehenamen entscheiden oder beide Ihre bisherigen Namen behalten. Möglich sind:
- Der Name eines Partners wird gemeinsamer Ehename.
- Ein Doppelname aus beiden Namen als gemeinsamer Ehename — das ist seit der Namensrechtsreform vom 1. Mai 2025 möglich.
- Jeder behält seinen Namen — dann gibt es keinen gemeinsamen Ehenamen.
Die Erklärung zum Ehenamen soll bei der Eheschließung abgegeben werden; Sie können den Ehenamen aber auch später bestimmen — dann muss die Erklärung öffentlich beglaubigt werden. Details und Sonderfälle, etwa bei Kindern oder ausländischem Namensrecht, klärt das Standesamt bei der Anmeldung mit Ihnen. Ändert sich Ihr Name, beantragen Sie anschließend neue Ausweisdokumente beim Bürgeramt.
Praktische Tipps für Ihre Trauung in Frankfurt
- Fragebogen zuerst: kostenlos, unverbindlich und Voraussetzung für jede Reservierung am Stichtag.
- Werktags heiraten: kostet im Römer und in Höchst 47 statt 71 € und ist deutlich leichter zu bekommen.
- Registerausdruck nicht zu früh bestellen: Er darf beim Anmeldetermin höchstens sechs Monate alt sein.
- Gästeliste an den Saal anpassen: Im Römer und in Höchst ist bei 28 Gästen Schluss — und Ihr Fotograf zählt mit.
- Den Empfang mitplanen: Im Römer gibt es keinen Raum für einen Sektempfang, und der Bolongarogarten ist während der Sanierung nur eingeschränkt nutzbar. Eine Location in der Nähe für Umtrunk oder Feier nimmt Ihnen am Hochzeitstag viel Druck.
Häufig gestellte Fragen
Wie bekomme ich einen Termin beim Standesamt Frankfurt?
Zuerst füllen Sie online den Fragebogen „Voranmeldung zur Eheschließung“ aus. In der Regel innerhalb einer Woche erhalten Sie eine Liste der benötigten Unterlagen und eine Vorgangsnummer. Danach vereinbaren Sie den Anmeldetermin telefonisch: Standesamt Mitte unter 069 212-73501, Standesamt Höchst unter 069 212-45570, jeweils montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr. Einen Online-Terminplaner gibt es nicht. Samstagstermine und Trauungen im Palmengarten oder in der Nikolauskapelle werden einmal im Jahr an einem Stichtag telefonisch vergeben.
Was kostet die standesamtliche Trauung in Frankfurt?
Die Anmeldung der Eheschließung kostet 47 €, dazu kommen 23,50 € für jedes zu beachtende ausländische Recht. Die Trauung selbst kostet im Römer und im Emmerichpavillon Höchst 47 € an Werktagen und 71 € an Samstagen, im Palmengarten (Haus Rosenbrunn) 620 € und in der Nikolauskapelle 560 €. Eine Eheurkunde kostet 12 €, jede weitere 6 €. Ein deutsches Paar, das werktags im Römer heiratet, zahlt mit zwei Urkunden insgesamt 112 €.
Welche Unterlagen brauche ich für die Anmeldung zur Eheschließung in Frankfurt?
Die verbindliche Liste schickt Ihnen das Standesamt, nachdem Sie den Online-Fragebogen ausgefüllt haben. Bei ledigen deutschen Staatsangehörigen, die in Deutschland geboren sind, sind das typischerweise ein gültiger Personalausweis oder Reisepass und ein beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtenregister, der höchstens sechs Monate alt ist. Eine einfache Geburtsurkunde reicht nicht. Bei einer früheren Ehe brauchen Sie einen Nachweis über deren Auflösung. Ausländische Urkunden müssen je nach Staat mit Apostille oder Legalisation vorliegen und ins Deutsche übersetzt sein.
Wo kann man in Frankfurt standesamtlich heiraten?
Das Standesamt Frankfurt traut nur in gewidmeten Räumen: im Trausaal im Rathaus Römer (Bezirk Mitte), im Emmerichpavillon des Bolongaropalastes in Höchst, im Haus Rosenbrunn im Palmengarten (freitags von Mai bis September) und an einzelnen Terminen in der Nikolauskapelle in Bergen-Enkheim. Trauungen an anderen Orten, etwa in Hotels oder im Freien, bietet das Standesamt Frankfurt nicht an.
Kann man in Frankfurt samstags standesamtlich heiraten?
Ja, aber nur an ausgewählten Samstagen im Römer und im Emmerichpavillon Höchst, jeweils von 10:00 bis 13:30 Uhr. Für 2027 sind 27 Samstage vorgesehen, davon 20 im Römer und 7 in Höchst. Die Termine werden an einem Stichtag im Herbst des Vorjahres telefonisch vergeben, für 2027 am 15. Oktober 2026 von 13 bis 16 Uhr. Dafür brauchen Sie die Vorgangsnummer aus dem Online-Fragebogen. Die Trauung am Samstag kostet 71 € statt 47 €.
Kann ich in Frankfurt heiraten, wenn ich nicht in Frankfurt wohne?
Ja. Wohnen Sie in Deutschland, melden Sie die Eheschließung bei Ihrem Wohnsitz-Standesamt an und sagen dort, dass Sie in Frankfurt heiraten möchten. Ihre Unterlagen werden dann nach Frankfurt geschickt, und das Frankfurter Standesamt meldet sich zur Terminvereinbarung. Wohnen Sie beide im Ausland, melden Sie die Ehe je nach Trauort direkt beim Standesamt Mitte oder Höchst an. Eine Reservierung am Stichtag für Samstage oder den Palmengarten ist nicht möglich, solange die Prüfung noch bei einer anderen Behörde liegt.
Was tun, wenn mein Heimatland kein Ehefähigkeitszeugnis ausstellt?
Dann kann eine Befreiung von der Pflicht zur Vorlage des Ehefähigkeitszeugnisses beantragt werden. In Hessen entscheidet darüber das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Den Antrag stellen Sie ausschließlich über das Standesamt, bei dem Sie die Ehe angemeldet haben, nicht direkt beim Gericht. Die Gebühr liegt zwischen 15 und 305 € und richtet sich unter anderem nach Ihren wirtschaftlichen Verhältnissen. Die Befreiung gilt sechs Monate. Planen Sie für dieses Verfahren ausreichend Vorlauf ein.